Geschichte

Kabel TV ANSAT Tradigist

 
1984 Da in Tradigist die Bildqualität von ORF 1 und ORF 2 nicht zufriedenstellend war, hatte Florian Matousek die Idee, ein Schreiben zu verfassen und an ORF zu senden, mit der Bitte die Empfangsqualität zumessen. ORF antwortete, dass die Ortschaft voll versorgt wäre, da in Kirchberg und Rabenstein Umsetzer vorhanden sind. Daraufhin wurde eine Unterschriftenaktion durchgeführt, welche von 75 Haushalten unterschrieben wurde, d. h. ca. 60 – 70% der Haushalte von Tradigist. Es wurde ein Brief formuliert, in welchem die Tradigister dem ORF ihre Bereitschaft das Fernsehen abzumelden, mitteilten. Auf dieses Schreiben hinauf reagierte der ORF und schickte den dafür zuständigen Hr. Ing. Mistelbacher und Hr. Ing. Kellner von der Fa. Bosch, um eine Sendeanlage am Gaisbühel zu errichten. Bei diesem Vorhaben wären Teile von Tradigist trotzdem nicht zufriedenstellend versorgt gewesen. Hr. Ing. Kellner meinte daraufhin, es wäre sinnvoller eine Kabelanlage zu installieren welche ORF und mögliche SAT – Programme in einwandfreier Bildqualität an die Teilnehmer überträgt. Nach Rücksprache mit Dr. Dr. Schamschule (Finanzen ORF) kann man  mit einem Kostenbeitrag von 440.000 Schilling als Zuzahlung zur Anlage rechnen. Folgedessen wurde Fa. Josef König kontaktiert, um ein Angebot für die Errichtung dieser Anlage zu erstellen. Da anfangs nur 37 Haushalte bereit waren die Anlage mitzufinanzieren und die Kosten laut Kostenvoranschlag der Fa. Josef König das Mehrfache unserer Vorstellungen überstiegt, konnte das Vorhaben zur Zeit nicht realisiert werden.
 
1985 Man setzte sich mit Ing. Josef Kellner von der Fa. Bosch in Verbindung, welcher uns den Vorschlag machte, einen gemeinnützigen Verein zu gründen und zu betreiben. Der Zweck dieses Vereins sollte der Bau und die Erhaltung einer Sendeanlage sein. Es setzte sich ein Proponentenausschuss („provisorisches Komitee“) zusammen. Dieser informierte sich bei anderen Vereinen, welche bereits solche Anlagen (Großhollenstein und St. Veit / Gölsen) betreiben.
 

Proponentenausschuss vom 6.September 1985:

Florian Matousek, Franz Wieland Hausnr. 74, Ernst Hofegger, Franz Seidl, Helmut Buxbaum, 

Johann Veidinger, Josef Grasmann, Erwin Kirchner

 

Begleitende Kontrolle: 

Rembert Illmaier, Franz Wieland Hausnr. 52, Elfriede Egger, Karl Umgeher sen., Christian Schmid, 

Leopold Kirner

 
1986 Grunddessen wurde die Gemeinschaftsantennenanlage Tradigist gebildet und führt den Namen „ANSAT – Kabel – TV Tradigist“. Da der ORF Zuschüsse und Subventionen an Private nicht leistet, musste das Finanzielle der gesamten Anlagenerrichtung über die Gemeinden Rabenstein und Kirchberg abgewickelt werden.
 
1987 Baubeginn war am 19. September 1987, der Spatenstich erfolgte durch Hr. Bürgermeister Michael Pirgmaier aus Rabenstein. Als nächstes folgte die Errichtung der Kopfstation ORF 1 und ORF 2 in ca. 700 Meter Seehöhe am Fuße des Gaisbühels. Ca. 600 lfm Kabel wurden mittels Kabelpflug zur Verteilerstation, welche im Zubau der Volksschule Tradigist installiert wurde, verlegt. Am Sportplatz der Volksschule wurden 2 Parabolspiegel mit einem Durchmesser von 1,8m aufgestellt, welche für den Satellitenempfang dienten. Von der Verteilerstation wurden Richtung Morigraben ca. 2,1 km und in Richtung Warth ca. 1,4 km Kabel verlegt und bei jedem Teilnehmer ein Hausanschluss vorgesehen. Auf die gesamte Streckenlänge wurden 14 Anlagenverstärker installiert.
 
1988

Vereinsgründung am 17. Juni 1988

Obmann: Florian Matousek
1. Stv.: Franz Wieland Hausnr. 74
2. Stv.: Ernst Hofegger
Schriftführer: Franz Seidl
Stv.: Helmut Buxbaum
Kassier: Johann Veidinger
1. Stv.: Josef Grasmann
2. Stv.: Erwin Kirchner


Rechnungskontrolle:

Franz Wieland Hausnr. 52, Elfriede Egger, Karl Umgeher, Christian Schmid, Leopold Kirner

Laut Bescheid der BH St. Pölten wurde die angezeigte Bildung des Vereins mit dem Namen „Gemeinschaftsantennenanlage Ansat Kabel TV Tradigist“ mit dem Sitz in Tradigist am 20.09.1988 nicht untersagt. Der Verein kann daher seine Tätigkeit aufnehmen.

Nach mehrwöchigem Probebetrieb von ORF 1 und ORF 2 erfolgte am 19.12.1988 im Rahmen einer Gleichenfeier der Tradigister Kabelgemeinschaft die offizielle Einschaltung der Satellitenprogramme. Kurze Ansprachen hielten die Bürgermeister der Gemeinden Kirchberg und Rabenstein, sowie Obmann Matousek und Ing. Kellner von der Fa. Bosch die für die Elektronikanlage verantwortlich zeichnete

Zu diesem Zeitpunkt standen den Teilnehmern 2 ORF – Programme und 4 Satelliten – Programme zur Verfügung.

Bis zur Inbetriebnahme der Antennenanlage wurden 2920 Arbeitsstunden von den Mitgliedern des Vereins geleistet.
 
1991 Auf Wunsch der Interessenten in Warth wurde die Anlage imzuge des Straßenbaus weiter ausgebaut.
 
1996 Die Anlage wurde auf Stereo umgestellt, wobei 17 Fernseh- und 8 Radioprogramme empfangen werden konnten.
 
1997 Der Verein feierte sein 10-jähriges Bestandsjubiläum, im Rahmen einer kleinen Feier , wo auch eine Besichtigung der Anlage möglich war.
 
2004 Momentan haben 131 Teilnehmer die Möglichkeit 24 Fernsehprogramme und 9 Radioprogramme zu nutzen. Für die nähere Zukunft ist ein weiterer Ausbau der Anlage angestrebt.
 

Erwähnenswert:

Kostenloser Anschluss für Schule und Kindergarten

100. TV – Anschluss für das GH Pretzer - Hackner

 

  
Die Kabelanlage ist als Schulbeispiel der über die Gemeindegrenzen hinaus wirkenden „Dorfgemeinschaft Tradigist“ zu werten.